Tod und Organspende sind immer noch Tabuthemen. Viele Menschen haben Angst vor dem Tod und wollen aus verschiedenen Gründen lieber nicht darüber nachdenken, was nach dem Tod mit ihren Organen geschieht. Dagegen warten über 14000 chronisch kranke Menschen derzeit auf ein Spenderorgan. 4000 Organe können jedoch nur jährlich aufgrund des Mangels an Organspenden transplantiert werden. In NRW befinden sich mehr als 2500 Patientinnen und Patienten auf der Warteliste. Nur rund 730 Patienten konnte geholfen werden (Ärztekammer Nordrhein). Derzeit werden pro Organspende durchschnittlich 3,25 Organe für eine Transplantation gewonnen. Auch wenn in Deutschland täglich 12 Transplantationen durchgeführt werden, versterben täglich 3 Patienten, weil ein lebenswichtiges Organ nicht rechtzeitig zur Verfügung steht (DSO).
Die genannten Zahlen führen deutlich vor Augen: Die Anzahl der Menschen, die verzweifelt auf ein Organ warten, ist größer als die Anzahl verwendbarer Spenderorgane.
Organe werden dringend gebraucht, um Leben zu retten. Um mehr Menschen helfen zu können, braucht Deutschland mehr Organspender.
Die Wartezeit für eine Nierentransplantation beträgt fast sechs Jahre, für eine Lebertransplantation etwas über ein Jahr und die meisten warten ein halbes Jahr auf ein Herz (Ärztekammer Nordrhein). Obwohl in der bundesdeutschen Bevölkerung eine generell hohe Akzeptanz für Organspenden festgestellt werden kann, besitzen nur die wenigsten einen Spenderausweis (BZgA).
Fortschritte in der Medizin ermöglichen den Transplantierten eine immer bessere Lebensqualität. Die Niere eines 65-jährigen Verstorbenen kann einem Dialysepatienten wieder ein fast normales Leben schenken. Manchen chronisch kranken Menschen werden durch eine Transplantation vorher undenkbare Situationen wie Fernreisen oder Schwangerschaften wieder möglich gemacht. Die Operationen gehören heute zum etablierten Standart wobei eine regelmäßige Kontrolle beim Hausarzt unbedingt notwendig ist.
Durch den Organspendeausweis kann man:
Außerdem kann eine Person angegeben werden, die im Todesfall benachrichtigt werden soll. Das Ausfüllen des Organspendeausweises ist schnell, einfach und mühelos.
So beziehen Sie ihren Organspendeausweis:
Unter der gebührenfreien, rund um die Uhr besetzten Rufnummer können Spendermeldungen eingehen und alle Anfragen bezüglich der Organspende gestellt werden: 0800- 33 11 33 0.
Es ist sinnvoll, den Organspendeausweis bei den Personalpapieren mit sich zu tragen. Während einer Unfallsituation wird hier als erstes nachgeschaut, um Angehörige verständigen zu können. Durch das neue Scheckkartenformat passt der Organspendeausweis in jede Brieftasche.
Das Transplantationsgesetz (http://www.bundesrecht.juris.de/bundesrecht/tpg/gesamt.pdf) beschäftigt sich mit der Gesetzgebung rund um die Organspende.
Eine Organspende ist nur möglich, wenn zwei erfahrene Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod festgestellt haben. Sie dürfen weder an der Entnahme noch an der Übertragung der Organe beteiligt sein. Die zweite Voraussetzung für eine Organspende ist die Einwilligung des Verstorbenen oder seiner Angehörigen. Voraussetzung für Letzteres ist, dass in den letzten beiden Jahren vor dem Tod ein persönlicher Kontakt bestanden hat.
Zurzeit können folgende Organe transplantiert werden:
8000 Dialysepatienten warten auf eine neue Niere. Die meisten Patienten, die eine neue Leber brauchen (1300) leiden an einer Leberzirrhose. An Lungenkrebs erkrankte Patienten warten auf eine neue Lunge, während manche Diabeteserkrankte eine neue Bauchspeicheldrüse benötigen. Etwa 800 Patienten warten pro Jahr auf ein neues Herz aufgrund einer koronare Herzkrankheit oder eines angeborenen Herzfehlers.
Organspende ist ein Zeichen von gegenseitiger Solidarität, denn es kann jeden treffen: Weil jeder Mensch durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit plötzlich auf eine lebensrettende Transplantation angewiesen sein kann ist es wichtig, sich mit dem Thema Organspende auseinander zu setzen und eine wohlüberlegte Entscheidung zu treffen. Viele Menschen haben das bereits getan, aber noch sind es nicht genug. Wer für eine Organtransplantation nach dem Tod ist, sollte dies schriftlich festhalten. Andernfalls kann durch die Befragung der Angehörigen wertvolle Zeit verloren gehen wodurch die Qualität der zu spendenden Organe sinkt. Insgesamt schafft der Organspendeausweis also Klarheit und nimmt den eigenen Angehörigen im Falle eines Falles die Last der Entscheidung.
„Nordrhein-Westfalen ist in der Organspende weiter Schlusslicht. Mit 12 Organspendern pro 1 Mio. Einwohner liegt NRW unter dem Bundesdurchschnitt von 15,3 Organspendern. Damit können und wollen wir uns nicht abfinden.“
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